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Die Exotic Shorthair hat ihren Ursprung in Amerika und ist eine
relativ junge Rasse. Sie wurde um das Jahr 1960 in den USA durch
geschickte Kombination einer Perserkatze mit einer American Shorthair
sowie der Einkreuzung der Burmakatze erfunden. Das Ziel war, eine
Katze mit dem Wesen und der Körperstruktur der Perser, aber
mit kurzem oder zumindest halblangem Fell zu züchten. Dazu
muss man wissen, dass die American Shorthair eine schlanke Katze
war, die laut Aufzeichnungen bereits 1620 mit den Pilgervätern
auf der "Mayflower" nach Amerika gekommen sein soll. Heute
würde man sagen, sie war dazu da, das Schiff von Ratten und
Mäusen freizuhalten. In den Staaten blieb sie zuerst frei von
Einkreuzungen, so dass man sie als reinblütige Europäerin
bezeichnen kann. Erst viel später wurden Persermischlinge der
Europäisch Kurzhaar eingekreuzt. Die American Shorthair ist
ein Mitteltyp, kräftig, mit länglichrundem Kopf und einem
stattlichen Backenbart beim Kater. Die Augen sind gold- bis kupferfarben
oder grün je nach Fellfarbe.
Richtig begonnen hat die Zucht der Exotic Mitte der 50er Jahre,
als amerikanische Züchter die American Shorthair mit Perserkatzen
verpaarten. Zuchtziel war es, den Typ der American Shorthair zu
verbessern. Allerdings war das entscheidende Problem, dass diese
Verpaarungen nicht genehmigt wurden. Die Mischlinge fanden allerdings
einen so großen Anklang, dass die Idee einer neuen Rasse geboren
war. Um zu vermeiden, dass einige Züchter ihre Jungtiere mit
falschen Zuchtpapieren ausstatteten, wurde 1966 vom CFA ein Programm
erstellt, das die Legalisierung dieser Zucht gestattete. Nun brauchte
die neue Rasse noch einen Namen, und somit wurde die EXOTIC SHORTHAIR
erfunden. Die Rasse wurde 1967 in den USA anerkannt und 1984 durch
die FIFe in Europa.
Da bei der Exotic Shorthair eine sehr große Übereinstimmung
mit den Perserkatzen zu erkennen war, wurde der Perserstandard als
Grundlage genommen. Als einziges Unterscheidungsmerkmal zum Perser
beschrieb der neue Standard eine "kurzhaarige" Perserkatze,
die heute von allen Dachverbänden anerkannt ist.
In den USA verbreitete sie sich sehr schnell, in Europa begann ihr
Siegeszug erst in den 80er Jahren.
Der Zuchtstandard entspricht mit Ausnahme des Fells dem der Perserkatze.
Die Exotic ist eine mittelgroße Katze mit schwerem Knochenbau.
Der Körper ist kompakt, mit einem kurzen, dicken Hals. Die
Kopfform ist rund und breit, die Ohren klein, möglichst rund,
weit auseinander gesetzt, die Nase ist kurz, breit mit einem Stop.
Die Augen sind groß, rund, weit auseinander, Augenfarbe je
nach Fellfarbe. Die Beine sind kurz und stämmig, mit großen,
runden Pfoten, der Schwanz ist buschig. Es sind alle Farben und
Muster wie bei der Perser erlaubt, zur Zeit knapp 60 .
Das Fell der Exotic ist weich und dicht mit Unterwolle. Wenn sie
in der kalten Jahreszeit voll im Fell steht, sollte dieses niemals
flach anliegen, sondern leicht vom Körper abstehen. Die Haare
sind etwas länger als bei der British Kurzhaar. Die Farbe der
Augen, des Nasenspiegels und der Pfoten hängt jeweils von der
Fellfarbe ab.
Die Exotic ist die "pflegeleichtere" Ausführung einer
Perserkatze, da sie nur wenig oder selten knotet.
Geht man mit einer Exotic auf Ausstellungen, muss sie allerdings
ebenso gebadet und gepflegt werden wie die Perserkatze. Die Zucht
der Exotic Shorthair ist sehr anspruchsvoll, da sie nicht den Vorteil
des beeindruckend langen Fells besitzt und somit jeder "Nachteil",
wie z.B. ein zu schlanker Körper, dünne Beine, zu große
Ohren oder ein spitzes Kinn, sofort zu erkennen sind. Deshalb werden
Exotic ab der offenen Klasse meistens nur in den Wintermonaten ausgestellt.
Farblich werden Exotics strenger bewertet als Perser, weil durch
das kurze Fell jede Farbabweichung, etwas in der Unterwolle, sofort
zu sehen ist. Alle einfarbigen müssen bis zum Haaransatz durchgefärbt
sein, was besonders bei Blauen, Roten und Cremefarbigen sehr schwer
und selten ist. Schwarze neigen zu einem rötlichen Schimmer,
Chocolates und Lilacs sind oft in der Farbe zu uneinheitlich oder
zeigen Geisterzeichnung. Bei Bicolour, Tricolour und Schildpatt-Weiß
wirkt allerdings der Kontrast auf dem kurzen Fell noch besser und
klarer als bei den Persern. Silberne, goldene, blue-silberne, blue-goldene
haben es dagegen sehr schwer neben den Vollfarben zu bestehen.
Die Verpaarung von exzellenten Persern mit exzellenten Exotic war
die Voraussetzung für eine solide Zuchtbasis. Früher sagte
man, nur diese Verpaarungen ergeben exzellente Jungtiere. Heute
ist dies nicht mehr der Fall wie genügend Beispiele belegen.
Reine Exoticverpaarungen über 2-3 Generationen gefestigt ergeben
ebenso schöne Jungtiere wie Perser x Exotic. Jeder Züchter
hat hierzu seine "Geheimtipps".
Als Unterschied zu meinen chocolate und schwarzen Persern, fällt
mir bei silbernen, goldenen Persern und meiner silbernen Exotic
auf, dass silberne und goldene "Wasserkatzen" sind und
über eine sehr wache Intelligenz verfügen.
Als ich 1993 meine ersten Wurf aus der Verpaarung eines silbernen
Persers mit einer golden-tabby-spotted Exotic hatte, traute ich
bei der Geburt meinen Augen nicht. Ich hatte zuvor schon Perserwürfe
anderer Farben und wusste nicht, dass silberne und goldene immer
schwarz zur Welt kommen. Dies ist phänomenal. Schon nach 2
Tagen werden sie hell und immer heller.
Bei Colourpoints muss man wissen, dass diese fast weiß, also
sehr hell zur Welt kommen und die Points sich erst nach und nach
entwickeln. Ich kann von mir nur sagen: Wer einmal ein kuscheliges
Exotic Bärchen hatte, wird dieser Rasse immer verfallen sein.
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